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Mustangs
in den USA

Wenn man an die Mustangs der USA denkt, sieht man sie vor dem inneren Auge über endlose Prärien galoppieren. Ihre Mähnen wehen im Wind, während sie in kleinen oder grossen Herden durch weite Ebenen, über Hügel und trockene Steppen ziehen. In der Ferne glüht die Sonne über roten Felsen und weitem Himmel und die Pferde wirken wie Sinnbilder von Freiheit und ungezähmter Wildnis. Kein Zaun hält sie auf, kein Reiter lenkt sie – sie folgen nur ihrem Instinkt und dem Rhythmus der Natur.

Mustangs
in der Wildbahn

Wild mother horse standing, looking weak, newborn_foal_colt drinking milk, in Heber, Payso

Die Vorstellung von frei galoppierenden Mustangs unter weitem Himmel klingt nach purer Wildnisromantik. Doch die Wirklichkeit sieht anders aus. Zwar ziehen die Pferde in Herden über die endlosen Ebenen, doch die Natur kann diese Freiheit längst nicht mehr tragen. Nach Schätzungen des Bureau of Land Management könnten die Flächen höchstens rund 27’000 Tiere ernähren. Tatsächlich aber leben dort annähernd 90‘000 Wildpferde. Man muss nicht viel Fantasie haben, um sich auszumalen, wie kahlgefressen und erschöpft die Landschaft unter dieser Last wirkt.

Die Folgen sind dramatisch: Eine Überpopulation bedeutet nicht nur, dass die Tiere selbst hungern und verdursten – sie zerstören zugleich ihre eigene Lebensgrundlage. Besonders in den harten Monaten, wenn der Sommer die Wasserlöcher austrocknet oder der Winter die letzten Halme unter Schnee und Eis verbirgt, beginnt ein verzweifelter Überlebenskampf. Die Mustangs kratzen unter dornigen Sträuchern nach ein paar grünen Halmen, sie wandern stundenlang auf der Suche nach einem Tropfen Wasser. Was von aussen wie Freiheit aussieht, ist für viele von ihnen ein täglicher Kampf ums Überleben – und ein stilles Drama, das sich Jahr für Jahr wiederholt.

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Mustangs in den
Auffangstationen

Um die Überpopulation zu kontrollieren, werden Mustangs eingefangen und in vom BLM (Bureau of Land Management, eine US-Bundesbehörde, die für die Verwaltung und den Schutz öffentlicher Ländereien und Wildpferde zuständig ist) verwaltete Auffangstationen gebracht. Dort werden sie registriert, geimpft, gechippt, versorgt und nach Geschlecht sowie Alter getrennt. Hengste werden kastriert, bevor die Tiere zur Adoption freigegeben werden und jedes Pferd erhält den sogenannten Freezbrand, einen Kältebrand, der zur eindeutigen Identifikation jedes Pferdes dient.

Besucher können die Pferde in grossen Gehegen sehen und auswählen. Doch die Dimension ist enorm: Über 60‘000 Mustangs warten derzeit in den Stationen auf eine neue Chance.

Das Leben der Mustangs in den Auffangstationen

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Das Leben der Mustangs in den Auffangstationen ist geprägt von Warten. Statt durch endlose Ebenen zu ziehen, stehen sie nun in grossen Gehegen, dicht gedrängt mit vielen anderen Pferden. Zwar werden sie mit Heu und Wasser versorgt, medizinisch betreut und ihre Hufe gepflegt – doch die Freiheit der Wildnis ist verschwunden.

Oft verbringen sie ihre Tage auf hartem, kargem Boden, manchmal sogar in schlammigen, verdreckten Untergründen, in denen sie stehen und liegen müssen. Die Weite, die Bewegung, das ungezähmte Leben – all das ist eingetauscht gegen Routine und Enge.

Für die Mustangs sind die Stationen ein Ort der Sicherheit, aber auch ein Ort der Sehnsucht. Sie warten darauf, gesehen und ausgewählt zu werden, auf eine zweite Chance. Manche finden schnell ein neues Zuhause, andere verbringen Monate oder Jahre in den Pens. So bleibt ihr Alltag ein stilles Ausharren zwischen Versorgung und Hoffnung – mit dem Blick durch Gitterstäbe in eine ungewisse Zukunft.

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